Und täglich grüsst das Murmeltier
- luziarietmann
- Aug 16, 2022
- 2 min read
Updated: Aug 29, 2022
Eine neue Gewohnheit entwickelt man bekanntlich nicht über Nacht. Bis wir etwas automatisch machen und nicht mehr darüber nachdenken, braucht es viel Zeit, oder besser gesagt; sehr viele Wiederholungen. Als Selbständig-Arbeitende möchte ich regelmässig Blogposts publizieren und auf den sozialen Medien aktiv sein. Eine Aufgabe, die mir schwerfällt. Deshalb wage ich ein Selbstexperiment. James Clear empfiehlt in seinem Buch ‘Atomic habits’ oder zu Deutsch ‘Die 1% Methode’ eine gewünschte Gewohnheit so weit runterzubrechen, dass man mit nur 2 Minuten pro Tag startet. Wer also regelmässig joggen will, sollte damit anfangen, jeden Morgen oder jeden Abend die Laufschuhe anzuziehen. Irgendwann wird sie oder er dann auch anfangen zu rennen. Wenn man die Schuhe schon trägt, braucht es nicht mehr so viel, um von der Couch aufzustehen.

Ich schreibe jeden Tag einen Satz. Manchmal sind es auch zwei oder drei, aber es dauert nie mehr als zwei Minuten. Oft höre ich auch bewusst auf, obwohl ich noch Ideen hätte. Dann schreibe ich einfach ein paar Stichworte für den nächsten Tag auf, so dass die neue Gewohnheit nie zur Last wird.
Clears Formel für das erfolgreiche Umsetzen einer Gewohnheit umfasst, aber noch mehr.
Die Gewohnheit muss
offensichtlich
attraktiv
einfach und
befriedigend sein.
Offensichtlich kann eine Gewohnheit z.B. dadurch werden, dass man sie an eine bestehende Gewohnheit anknüpft. Also zum Beispiel immer nach dem Zähneputzen (eine typische Gewohnheit, die wir automatisch machen) noch ein Glas Wasser trinken. Oder grad nach dem Aufstehen 10 Liegestütz machen. Meinen Satz schreibe ich immer am Esstisch, sobald am Morgen der Frühstückstisch aufgeräumt ist.
Attraktiv ist etwas, das ein Verlangen auslöst. In meinem Fall, auf den Sozialen Medien präsent zu sein.
Einfach wurde meine Gewohnheit dadurch, dass es eben nur 2 Minuten pro Tag sind.
Befriedigend wird meine Gewohnheit durch Belohnung. Z.B. durch möglichst viel Views, Likes oder persönliche Feedbacks zu einem Beitrag.
Das Experiment ist aus meiner Sicht geglückt. Dieser Post ging mir viel leichter ‘von der Feder’ als die vorhergehenden. In weniger als zwei Wochen war es geschafft und dieses unangenehme Gefühl von ‘ich sollte noch, ich müsste endlich…’ hat sich nicht eingestellt. Jetzt heisst es einfach weitermachen, denn nach zwei Wochen stellt sich noch keine neue Gewohnheit ein. Und dann vielleicht noch eine neue Gewohnheit in Angriff nehmen. Die Laufschuhe lasse ich aber vorerst im Schrank! 😉
Clear James (2020): Die 1% Methode – minimale Veränderung, maximale Wirkung. Deutsche Erstausgabe Mai 2020. München: Goldmann Verlag.



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